Also: Ich bin eingeladen bei Sarah zu Hause, ich nenne sie jetzt mal einfach Sarah, jedenfalls haben mich ihre Eltern eingeladen, um mich mal besser kennenzulernen, wie Eltern das so machen. Ich war sechzehn und furchtbar aufgeregt, wollte natürlich einen guten Eindruck machen und so weiter. Sarah und ich haben uns damals schon geküßt, aber mehr war nicht, ich war ja noch Jungfrau, und sie, glaube ich, auch. Dazu muß ich sagen, daß sie Ballett tanzte und wunderschöne, lange braune Haare hatte, und ich habe sie sehr geliebt. Auf jeden Fall habe ich mich ordentlich angezogen, Krawatte und Blazer mit Goldknöpfen drauf und so, und ich laufe das Treppenhaus hoch und habe ganz feuchte Hände, und meine Knie zittern, und dann riecht es nach diesem Bohnerwachs. Dieser Geruch bohrt sich in mein Gehirn. Ich sitze beim Essen mit der Familie, Sarah sitzt mir gegenüber und lächelt, und das Beste dabei ist: ihre Eltern mögen mich. Die Mutter häuft mir immer mehr Fisch auf und Petersilienkartoffeln, und der Vater grinst mich immer so an und schenkt mir tatsächlich Weißwein nach, schon drei Gläser habe ich getrunken, und alles läuft bestens, außer, daß ich langsam betrunken werde und mir etwas übel von dem Wein wird. Das Essen ist dann zu Ende, und es ist schon ziemlich spät, und dann sagt der Vater, er siezt mich: Junger Mann, warum bleiben Sie heute nacht nicht hier bei uns im Haus, gucken Sie mal, meine Frau richtet Ihnen das Gästezimmer her, dann haben Sie nicht so spät noch den langen Heimweg. Ich sage natürlich erst nein, vielen Dank, dann bitten sie mich aber nochmal, also sage ich schließlich ja. Ich bin, wie gesagt, immer noch furchtbar aufgeregt, aber inzwischen auch furchtbar betrunken. Jedenfalls lege ich mich schlafen, in das Gästezimmer, bekomme vorher noch einen Kuß von Sarah, und ich weiß heute noch, wie der Kuß schmeckte, nämlich nach Wein und nach Honig. Mitten in der Nacht wache ich auf, und es riecht so komisch im Zimmer, und ich schlage die Augen auf und fühle im Dunkeln so um mich herum, und alles ist naß, und ich denke: Um Gottes willen. Feuchten Traum gehabt. Bitte, bitte, bitte nicht jetzt und nicht hier. Ich mache also das Licht am Nachttisch an, Knips macht das, und ich gucke an mir herunter und sehe, daß ich ins Bett gekotzt habe, aber das ist nicht alles, nein, ich habe auch noch ins Bett geschissen. In diesem Moment wird alles dunkel. Ich habe nicht lange überlegt, ich konnte auch gar nicht überlegen. Ich habe mich angezogen und bin rausgerannt, aus der Wohnung, das Treppenhaus runter, wo es immer noch nach Bohnerwachs roch, und auf der Straße habe ich dann geheult vor Scham, aber stehengeblieben bin ich nicht, nein, weitergerannt bin ich, bis ich nach Hause kam. Und die Sarah habe ich nie wieder gesehen.
Aus Christian Krachts "Faserland", S. 30f
22. Mai 2011
6. April 2011
Late Night Tales
Musik hören ist anstrengend, weil nicht jedes Lied auf einem Album ein Meisterwerk ist.
Auf Kompilationen werden die Lieder, die dem Macher am besten gefallen, gesammelt. Kompilationen zu erstellen ist nicht einfach, schließlich muss man seine Gefühle mit den Worten eines anderen ausdrücken.
Unter Late Night Tales werden Titel der Musiker, die andere Musiker, oft bekannte Independent-Acts, bei ihrer Arbeit beeinflusst haben, veröffentlicht. Es gibt schlechte aber auch gute Kompilationen und die von Late Night Tales gehören eindeutig zu den guten; oft entdeckt man alte Sachen wieder oder ganz neu. Definitiv zu empfehlen.
klick klick klick!
Auf Kompilationen werden die Lieder, die dem Macher am besten gefallen, gesammelt. Kompilationen zu erstellen ist nicht einfach, schließlich muss man seine Gefühle mit den Worten eines anderen ausdrücken.
Unter Late Night Tales werden Titel der Musiker, die andere Musiker, oft bekannte Independent-Acts, bei ihrer Arbeit beeinflusst haben, veröffentlicht. Es gibt schlechte aber auch gute Kompilationen und die von Late Night Tales gehören eindeutig zu den guten; oft entdeckt man alte Sachen wieder oder ganz neu. Definitiv zu empfehlen.
klick klick klick!
14. März 2011
Neue Musik
Also: Dass die deutsche Jugend und ihr Musikgeschmack wohl offensichtlich zurückgeblieben sind, erkennt man an den Charts ("Tik tok on the clock / but the party don't stop, no / whoa whoa oho oho"). Klar, ich hör auch gerne mal Musik über die man nicht weiter nachdenken muss, dann aber sollte sie doch von ungeschütztem Geschlechtsverkehr, Viehdiebstahl oder Drogen handeln. 2008 erschien das Album von Empire of the Sun, ziemlich brilliant eigentlich, mittlerweile aber, durch diese debile und überaus geschmacklose Vodafone-Werbung, in die Charts aufgestiegen, kennt es jeder und ich weiß noch nicht ob das gut oder schlecht ist.
Seiten wie RCRDLBL und The Hype Machine finde ich ziemlich gut, da sie zum einen kostenlose Musik und zum anderen unbekannte Musik, die in ein paar Jahren bestimmt groß rauskommt, anbieten. Ich selbst habe mich erst vor ein paar Wochen bei dem Newsletter von RCDRDLBL eingetragen, jetzt bekomme ich einmal am Tag eine Email mit den "Records of the day", zwei Tagestipps, oft ein Remix, oft Bands ohne Label, oft exzellente Sachen. So do it, just do it!
Seiten wie RCRDLBL und The Hype Machine finde ich ziemlich gut, da sie zum einen kostenlose Musik und zum anderen unbekannte Musik, die in ein paar Jahren bestimmt groß rauskommt, anbieten. Ich selbst habe mich erst vor ein paar Wochen bei dem Newsletter von RCDRDLBL eingetragen, jetzt bekomme ich einmal am Tag eine Email mit den "Records of the day", zwei Tagestipps, oft ein Remix, oft Bands ohne Label, oft exzellente Sachen. So do it, just do it!
Labels:
Unterhaltung
26. Februar 2011
Coming of age
"You're not gonna get this girl by listening to records and jerking off."Das ist alles, was ich bis jetzt rausgefunden habe und es ist wahr.
François Dillinger
23. Januar 2011
Breaking Bad
Breaking Bad ist eine amerikanische Fernsehserie. Ich halte eigentlich grundsätzlich nichts von amerikanischen Serien, aber wenn man hört, worum es in Breaking Bad geht, wird man einfach neugierig.
Die Hauptperson ist ein 50-jähriger, eher spießiger Mann, der hauptberuflich Chemielehrer ist. Als er erfährt, dass er unheilbaren Lungenkrebs hat, beginnt er mit einem ehemaligen Schüler 'Crystal Meth' zu kochen. In den Episoden hören wir von seinen Problemen und bekommen einen Einblick in die Methamphetamin-Küche.
Eine Episode dauert etwa 40-50 Minuten und ich finde, man sollte diese Serie unbedingt mit dem Originalton genießen.
Noch nicht überzeugt? Lest den Artikel auf floffimedia.
Labels:
Unterhaltung
2. Januar 2011
Eastern Promises
Hält man seine Erwartungen nicht so hoch, wird man auch nie richtig enttäuscht, sollte irgendwas nicht klappen. Deswegen sind meine Berufswünsche ziemlich realistisch gehalten: Buchhalter (oder Buchmacher, ich verwechsel das immer). An sich kein schlechet Beruf, man kann sogar eine Fortbildung zum Bilanzbuchhalter machen, normalerweise strebe ich aber nicht nach Größerem. Insgeheim hoffe ich auch, dass ich später durchschnittlichen Geschlechtsverkehr mit einer durschnittlichen Frau in einem durchschnittlichen Haus habe. Aber manchmal, ja, manchmal da wünsche ich mir so ein total cooler Typ bei der russischen Mafia zu sein.
David Cronenberg hat 2005 diesen überirdisch guten Film A History of Violence mit Viggo Mortensen gemacht. 2007 kam der Nachfolgefilm, Eastern Promises, ebenfalls mit Viggo in der Hauptrolle. Im Grunde geht es um diese 14-jährige, osteuropäische Prostituierte, die bei der Geburt ihres Kindes stirbt. Naomi Watts arbeit als Hebamme, nach dem Tod des Mädchens versucht sie, warum auch immer, die Familie des toten Mädchens ausfindig zu machen. Sie findet ein Tagebuch bei dem toten Mädchen, selbstverständlich steht darin irgendwas auf Russisch. In dem Tagebuch findet sie aber auch eine Visitenkarte eines sibirischen Restaurants, in das sie dann geht und es von diesem einen Typen übersetzen lässt, der hat aber Verbindungen zur russischen Mafia und so. Das wird dann alles ziemlich gefährlich für Naomi und Viggo Mortensen, der "Fahrer" dieses Typen aus dem Restaurant, versucht sie davon zu überzeugen, wie gefährlich doch alles tatsächlich ist, ziemlich nämlich. Der Plot ist aber eher nebensächlich zu sehen, das besondere an dem Film ist, wie er gemacht ist: dicht, hart, kalt und ohne Gefühle (das ist positiv), keine nervige Musik während den überaus gelungenen und ultrarealistischen Gewaltszenen (der Klang der Schläge erinnert zum Beispiel nicht an Bud-Spencer-Filme) und vorallem die schauspielerischen Leistungen aller Darsteller (vorallem die von Viggo Mortensen und Vincent Cassel) sind brilliant. Man sagt, dass Viggos Tattoos so echt gewirkt haben, dass die Gäste eines russischen Restaurants, das er während der Dreharbeiten besuchte, den Atem anhielten und schwiegen, als er eintrat. Sie glaubten, er sei tatsächlich einer von der Mafia. Erst als er dann englisch sprach, konnte man sehen, wie die Leute sich entspannten.
Alles in allem: Ganz großes Kino!
David Cronenberg hat 2005 diesen überirdisch guten Film A History of Violence mit Viggo Mortensen gemacht. 2007 kam der Nachfolgefilm, Eastern Promises, ebenfalls mit Viggo in der Hauptrolle. Im Grunde geht es um diese 14-jährige, osteuropäische Prostituierte, die bei der Geburt ihres Kindes stirbt. Naomi Watts arbeit als Hebamme, nach dem Tod des Mädchens versucht sie, warum auch immer, die Familie des toten Mädchens ausfindig zu machen. Sie findet ein Tagebuch bei dem toten Mädchen, selbstverständlich steht darin irgendwas auf Russisch. In dem Tagebuch findet sie aber auch eine Visitenkarte eines sibirischen Restaurants, in das sie dann geht und es von diesem einen Typen übersetzen lässt, der hat aber Verbindungen zur russischen Mafia und so. Das wird dann alles ziemlich gefährlich für Naomi und Viggo Mortensen, der "Fahrer" dieses Typen aus dem Restaurant, versucht sie davon zu überzeugen, wie gefährlich doch alles tatsächlich ist, ziemlich nämlich. Der Plot ist aber eher nebensächlich zu sehen, das besondere an dem Film ist, wie er gemacht ist: dicht, hart, kalt und ohne Gefühle (das ist positiv), keine nervige Musik während den überaus gelungenen und ultrarealistischen Gewaltszenen (der Klang der Schläge erinnert zum Beispiel nicht an Bud-Spencer-Filme) und vorallem die schauspielerischen Leistungen aller Darsteller (vorallem die von Viggo Mortensen und Vincent Cassel) sind brilliant. Man sagt, dass Viggos Tattoos so echt gewirkt haben, dass die Gäste eines russischen Restaurants, das er während der Dreharbeiten besuchte, den Atem anhielten und schwiegen, als er eintrat. Sie glaubten, er sei tatsächlich einer von der Mafia. Erst als er dann englisch sprach, konnte man sehen, wie die Leute sich entspannten.
Alles in allem: Ganz großes Kino!
Labels:
Unterhaltung
26. Dezember 2010
Social Media Browsing
Erstmal allen frohe Weihnachten!
Im folgenden Artikel hab ich getestet, ob es sich lohnt, Social Media Browser zu nutzen. Der Begriff Social Media Browser beschreibt Browser mit denen es einfach ist, Links zu teilen und auf dem aktuellen Stand zu sein. Das heißt, man ist in eine Social Media Plattform eingeloggt und sieht in der Randleiste was gerade Neues passiert ist. Das ganze gibts dann auch noch in verschiedenen Ausführungen mit beispielsweise Feedreader, etc.
Bei einer Google-Suche nach den aktuellen Programmen stößt man ganz schnell auf drei:- Rockmelt- Flock- Fizzik
Jetzt möchte ich euch meine Meinung zu diesen Browsern mitteilen:

zu Fizzik:
Mir fiel bei Fizzik als erstes auf, dass die Tabs und die Adressleiste nicht wie gewohnt oben, sondern unten sind,
ansonsten ist Fizzik von der Oberfläche her recht simpel gehalten. Man hat rechts Oben bei der Lupe ein Suchfeld. In dieser Suchleiste kann man auf etlichen Seiten (Google, Twitter, ...) nach Inhalt suchen.
Links unten befindet sich ein Button mit dem man Teilen kann. Das heißt man drückt drauf und kann auswählen bei welchem Sozialen Netz gepostet wird und noch Kommentare anfügen.
Von einem integrierten Feedreader hab ich nichts gefunden.
Außerdem findet man nirgendwo ein richtiges Einstellungsmenü, was ich persönlich als sehr störend empfinde. Ein weiteres Manko ist die Geschwindigkeit. Man gibt etwas ein und der Browser reagiert einfach nicht und auch die Ladegeschwindigkeit lässt zu wünschen übrig. Ich finde Fizzik nicht sehr geeignet als Social Media Browser und
es scheint, als wäre Fizzik ein unvollendetes Projekt.

zu Flock:
Flock ist vom Design her schon wesentlich schöner als Fizzik, der Internetexplorer oder Firefox, das Design erinnert stark an Google Chrome. Auch die Bedienung scheint mir sehr intuitiv. Es gibt die von Firefox gewohnten Buttons (Vor + Zurück, etc.) und dazu nur zwei weitere, die wichtig sind. Rechts oben der 'Seitenleisten-Button' und der 'Optionen-Button'. Mit dem Knopf für die Seitenleiste kann man auf die 'All-in-one-Timeline' zugreifen und sieht sofort, was es an Neuigkeiten gibt. Von dieser Seitenleiste kann man auch seinen Status posten. Es ist sehr nützlich, dass man die Seitenleiste 'einklappen' kann und sich somit vollkommen auf die Arbeit konzentrieren. Internetseiten können über den links neben der Adressleiste angebrachten Button gepostet werden.
Kritisieren kann man spontan recht wenig.Mich stört nur, dass man sich bei jedem neuen Öffnen des Browsers überall einloggen muss, was jedoch per Flock-Account umgangen werden kann.

zu Rockmelt:
Rockmelt ist wie Flock optisch sehr schick und geht auch wieder auf Google Chrome zurück. Es gibt mehrere wichtige Bedienelemente. Die linke Symbolleiste zeigt an, wer im Facebook-Chat online ist. In der rechten Leiste kann man Feeds abonnieren und sieht immer wenn etwas aktualisiert wurde. Ich habe beispielsweise meine Twitter-Timeline, die Facebook-Timeline, oder Blogs (floffimedia.de) und Neuigkeiten (Zeit online) angezeigt. Mit einem Klick auf das jeweilige Symbol öffnet sich eine breitere Seitenleiste, wo man chronologisch sortiert, die jüngsten Ereignisse sehen kann. Ein weiteres wichtiges Feature ist der 'Share-Button', den man rechts neben der Adressleiste findet.
Kritik habe ich bei Rockmelt wirklich garkeine,aber andere Blogger meckern, dass Rockmelt ein Facebook-Browser sei.
Ich denke jeder sollte selbst entscheiden, ob und welchen Social Media Browser er verwendet.
Abonnieren
Posts (Atom)

