Ich habe mindestens zwei Kilo Gras geraucht, Dutzende Bongs zerbrochen, unzählige Joints gebaut, stundenlang gekotzt, nächtelang geschwiegen. Ich kiffe seit Ewigkeiten. Mit vierzehn die erste Bong mit einem Freund im Proberaum, mit sechzehn das erste Mal was gemerkt, in Freiburg, auf einem Gitarrenworkshop abends im Jazzhouse. Es flashte mich so dermaßen, meine Wahrnehmung wie ein Stroboskop, ich weiß noch, wie ich dasaß und mich fragte, ob das wirklich was für mich sei, diese Wirkung, die so viel anders war, als ich sie mir in der Zeit davor so häufig und bunt ausgemalt hatte. Ich meine, ich war richtig dicht, eine fette Glasplatte zwischen mir und dem Rest der Welt. Dann der erste Lachflash meines Lebens, als wir auf dem Heimweg vor dem Intercity-Hotel den zerbratzten Kuchen fanden, den wir am Nachmittag aus dem zwöflten Stock geworfen hatten. Ich war begeistert, ab da hatte ich meine Welt gefunden. Ich rauchte meist alleine, zu Hause, nur pur, nie mit Tabak. Ich trank auch keinen Alkohol, meine Freunde und ich waren stolz darauf, in der Kneipe nur Spezi zu trinken und doch weggespaceter zu sein als alle anderen. Fast jeden Abend legte ich mich in mein Bett, rauchte mit meiner gut versteckten PFeife etwas Haschisch und erlebte jedes Mal krasseste Flashs. In der Regel las ich, und egal, was es war - Der Spiegel, Naked Lunch, irgendwelche astronomischen Bücher -, alles schickte mich auf eine intensive Reise, ließ mich alles Beschriebene wirklich erleben.
Aus Airens "Strobo", S. 1f
26. Juni 2011
20. Juni 2011
20
In diesen total coolen und hippen Musikmagazinen gibts am Ende der CD-Rezensionen die "Top Alben" irgendwelcher Künstler. Ich lasse mich unglaublich leicht beeinflussen und in meiner Langeweile habe ich beschlossen auch sowas zu machen. Meine 20 liebsten Alben:
1. Violent Femmes: Violent Femmes (1982)
Come on dad gimme the car tonight/I tell 'ya what I'm gonna do/I'm gonna pick her up/I'm gonna get her drunk/I'm gonna make her cry/I'm gonna get her high
Höhepunkte: Kiss Off, Add It Up
2. Deerhunter: Halcyon Digest (2011)
Höhepunkte: Don't Cry, Memory Boy
3. Supergrass: Road To Rouen (2005)
Höhepunkte: St. Petersburg, Low C
4. Interpol: Our Love To Admire (2007)
Höhepunkte: Rest My Chemistry, Pioneer To The Falls
5. Peter Bjorn and John: Writer's Block (2006)
Höhepunkt: Chills, Amsterdam
6. Oasis: Don't Believe The Truth (2005)
Höhepunkt: Part Of The Queue, Turn Up The Sun
7. The Beatles: Abbey Road (1969)
Höhepunkte: Here Comes The Sun, Octopus' Garden
8. Portugal. The Man: The Satanic Satanist (2009)
Höhepunkte: The Sun, People Say
9. Daft Punk: Human After All (2005)
Höhepunkte: Emotions, Human After All
10. The Flaming Lips: At War With The Mystics
Höhepunkte: The W.A.N.D., Free Radicals
11. Tom Waits: Closing Time
12. Pulp: This Is Hardcore
13. Grandaddy: Sumday
14. The Jesus and Mary Chain: Stoned And Dethroned
15. Journey: Greatest Hits
16. MGMT: Congratulations
17. New Order: Movement
18. Nick Drake: Pink Moon
19. Pink Floyd: More
20. Julian Casablancas: Phrazes For The Young
1. Violent Femmes: Violent Femmes (1982)
Come on dad gimme the car tonight/I tell 'ya what I'm gonna do/I'm gonna pick her up/I'm gonna get her drunk/I'm gonna make her cry/I'm gonna get her high
Höhepunkte: Kiss Off, Add It Up
2. Deerhunter: Halcyon Digest (2011)
Höhepunkte: Don't Cry, Memory Boy
3. Supergrass: Road To Rouen (2005)
Höhepunkte: St. Petersburg, Low C
4. Interpol: Our Love To Admire (2007)
Höhepunkte: Rest My Chemistry, Pioneer To The Falls
5. Peter Bjorn and John: Writer's Block (2006)
Höhepunkt: Chills, Amsterdam
6. Oasis: Don't Believe The Truth (2005)
Höhepunkt: Part Of The Queue, Turn Up The Sun
7. The Beatles: Abbey Road (1969)
Höhepunkte: Here Comes The Sun, Octopus' Garden
8. Portugal. The Man: The Satanic Satanist (2009)
Höhepunkte: The Sun, People Say
9. Daft Punk: Human After All (2005)
Höhepunkte: Emotions, Human After All
10. The Flaming Lips: At War With The Mystics
Höhepunkte: The W.A.N.D., Free Radicals
11. Tom Waits: Closing Time
12. Pulp: This Is Hardcore
13. Grandaddy: Sumday
14. The Jesus and Mary Chain: Stoned And Dethroned
15. Journey: Greatest Hits
16. MGMT: Congratulations
17. New Order: Movement
18. Nick Drake: Pink Moon
19. Pink Floyd: More
20. Julian Casablancas: Phrazes For The Young
17. Juni 2011
22. Mai 2011
Also: Ich bin eingeladen bei Sarah zu Hause, ich nenne sie jetzt mal einfach Sarah, jedenfalls haben mich ihre Eltern eingeladen, um mich mal besser kennenzulernen, wie Eltern das so machen. Ich war sechzehn und furchtbar aufgeregt, wollte natürlich einen guten Eindruck machen und so weiter. Sarah und ich haben uns damals schon geküßt, aber mehr war nicht, ich war ja noch Jungfrau, und sie, glaube ich, auch. Dazu muß ich sagen, daß sie Ballett tanzte und wunderschöne, lange braune Haare hatte, und ich habe sie sehr geliebt. Auf jeden Fall habe ich mich ordentlich angezogen, Krawatte und Blazer mit Goldknöpfen drauf und so, und ich laufe das Treppenhaus hoch und habe ganz feuchte Hände, und meine Knie zittern, und dann riecht es nach diesem Bohnerwachs. Dieser Geruch bohrt sich in mein Gehirn. Ich sitze beim Essen mit der Familie, Sarah sitzt mir gegenüber und lächelt, und das Beste dabei ist: ihre Eltern mögen mich. Die Mutter häuft mir immer mehr Fisch auf und Petersilienkartoffeln, und der Vater grinst mich immer so an und schenkt mir tatsächlich Weißwein nach, schon drei Gläser habe ich getrunken, und alles läuft bestens, außer, daß ich langsam betrunken werde und mir etwas übel von dem Wein wird. Das Essen ist dann zu Ende, und es ist schon ziemlich spät, und dann sagt der Vater, er siezt mich: Junger Mann, warum bleiben Sie heute nacht nicht hier bei uns im Haus, gucken Sie mal, meine Frau richtet Ihnen das Gästezimmer her, dann haben Sie nicht so spät noch den langen Heimweg. Ich sage natürlich erst nein, vielen Dank, dann bitten sie mich aber nochmal, also sage ich schließlich ja. Ich bin, wie gesagt, immer noch furchtbar aufgeregt, aber inzwischen auch furchtbar betrunken. Jedenfalls lege ich mich schlafen, in das Gästezimmer, bekomme vorher noch einen Kuß von Sarah, und ich weiß heute noch, wie der Kuß schmeckte, nämlich nach Wein und nach Honig. Mitten in der Nacht wache ich auf, und es riecht so komisch im Zimmer, und ich schlage die Augen auf und fühle im Dunkeln so um mich herum, und alles ist naß, und ich denke: Um Gottes willen. Feuchten Traum gehabt. Bitte, bitte, bitte nicht jetzt und nicht hier. Ich mache also das Licht am Nachttisch an, Knips macht das, und ich gucke an mir herunter und sehe, daß ich ins Bett gekotzt habe, aber das ist nicht alles, nein, ich habe auch noch ins Bett geschissen. In diesem Moment wird alles dunkel. Ich habe nicht lange überlegt, ich konnte auch gar nicht überlegen. Ich habe mich angezogen und bin rausgerannt, aus der Wohnung, das Treppenhaus runter, wo es immer noch nach Bohnerwachs roch, und auf der Straße habe ich dann geheult vor Scham, aber stehengeblieben bin ich nicht, nein, weitergerannt bin ich, bis ich nach Hause kam. Und die Sarah habe ich nie wieder gesehen.
Aus Christian Krachts "Faserland", S. 30f
Aus Christian Krachts "Faserland", S. 30f
6. April 2011
Late Night Tales
Musik hören ist anstrengend, weil nicht jedes Lied auf einem Album ein Meisterwerk ist.
Auf Kompilationen werden die Lieder, die dem Macher am besten gefallen, gesammelt. Kompilationen zu erstellen ist nicht einfach, schließlich muss man seine Gefühle mit den Worten eines anderen ausdrücken.
Unter Late Night Tales werden Titel der Musiker, die andere Musiker, oft bekannte Independent-Acts, bei ihrer Arbeit beeinflusst haben, veröffentlicht. Es gibt schlechte aber auch gute Kompilationen und die von Late Night Tales gehören eindeutig zu den guten; oft entdeckt man alte Sachen wieder oder ganz neu. Definitiv zu empfehlen.
klick klick klick!
Auf Kompilationen werden die Lieder, die dem Macher am besten gefallen, gesammelt. Kompilationen zu erstellen ist nicht einfach, schließlich muss man seine Gefühle mit den Worten eines anderen ausdrücken.
Unter Late Night Tales werden Titel der Musiker, die andere Musiker, oft bekannte Independent-Acts, bei ihrer Arbeit beeinflusst haben, veröffentlicht. Es gibt schlechte aber auch gute Kompilationen und die von Late Night Tales gehören eindeutig zu den guten; oft entdeckt man alte Sachen wieder oder ganz neu. Definitiv zu empfehlen.
klick klick klick!
14. März 2011
Neue Musik
Also: Dass die deutsche Jugend und ihr Musikgeschmack wohl offensichtlich zurückgeblieben sind, erkennt man an den Charts ("Tik tok on the clock / but the party don't stop, no / whoa whoa oho oho"). Klar, ich hör auch gerne mal Musik über die man nicht weiter nachdenken muss, dann aber sollte sie doch von ungeschütztem Geschlechtsverkehr, Viehdiebstahl oder Drogen handeln. 2008 erschien das Album von Empire of the Sun, ziemlich brilliant eigentlich, mittlerweile aber, durch diese debile und überaus geschmacklose Vodafone-Werbung, in die Charts aufgestiegen, kennt es jeder und ich weiß noch nicht ob das gut oder schlecht ist.
Seiten wie RCRDLBL und The Hype Machine finde ich ziemlich gut, da sie zum einen kostenlose Musik und zum anderen unbekannte Musik, die in ein paar Jahren bestimmt groß rauskommt, anbieten. Ich selbst habe mich erst vor ein paar Wochen bei dem Newsletter von RCDRDLBL eingetragen, jetzt bekomme ich einmal am Tag eine Email mit den "Records of the day", zwei Tagestipps, oft ein Remix, oft Bands ohne Label, oft exzellente Sachen. So do it, just do it!
Seiten wie RCRDLBL und The Hype Machine finde ich ziemlich gut, da sie zum einen kostenlose Musik und zum anderen unbekannte Musik, die in ein paar Jahren bestimmt groß rauskommt, anbieten. Ich selbst habe mich erst vor ein paar Wochen bei dem Newsletter von RCDRDLBL eingetragen, jetzt bekomme ich einmal am Tag eine Email mit den "Records of the day", zwei Tagestipps, oft ein Remix, oft Bands ohne Label, oft exzellente Sachen. So do it, just do it!
Labels:
Unterhaltung
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